Was ist das? Wie kann man das am besten beschreiben? Wenn mich Leute fragen… dieses Jahr, das letze Jahr – „Hast du Heimweh?“ dann sag ich meistens, ja, ein bisschen. Aber danach frag ich mich selbst. Hast du Heimweh? Ich denke nie darüber nach, außer, man fragt mich halt. Ich hab kein Heimweh… zumindest nicht das, was man als Heimweh bezeichnen könnte. Also, zuerst, definiere Heimweh. Es ist so ein Gefühl, eine Sehnsucht nach dem, was man alltäglich hat, in der Ferne vermisst und „daheim“ nicht hat. Die Familie, die Haustiere, Routine-Sachen, das Essen… Heimweh haben meistens Kinder, die das erste Mal länger von zuhause weg sind. Je größer sie werden, desto mehr verwandelt sich das Heimweh in Fernweh… wenn man genug hat von daheim, raus will, neues erleben will und Freiheit spüren will. Das is natürlich rein hypothetisch, sicher haben Menschen aller Altersstufen beiderlei Sehnsüchte. Ja.. woher ich weiß, dass ich kein Heimweh hab? Naja, ich fühl mich daheim genauso, wie wo anders. Einfach… die Sehnsucht nach etwas ist da, aber ich habe noch nicht ganz rausgefunden, was dieses etwas ist. Mir ist meine Familie nicht so viel Wert, wie sie sollte… das tut mir leid, weil, sie sind ja ganz lieb und so, meine zwei Schwestern, meine Eltern und sonst noch welche Verwandten die in der Nähe wohnen. Ich fühle mich, als wär ich ihnen dazu verpflichten, sie zu lieben und sie zu vermissen. Aber ich vermisse sie nicht. Ich hab überhaupt kein Problem, sie länger nicht mehr zu sehen… Das gibt mir schon zu denken. Ich fühl mich, als würde ich sie verraten. Nur weil ich des Nächtens nicht wach liege und mich darauf freue, wieder heim zu kommen. Vielleicht ist es einfach deswegen, weil ich sie bisher immer um mich hatte, ich weiß, dass sie da sind und nicht weglaufen.
Heimweh hatte ich als Kind auch nicht. Ich war so 10 Jahre alt und bin mit meiner Schwester und meinem damaligen Stiefbruder für zwei Wochen auf Urlaub gefahren, mit den Kinderfreunden Kärnten. Eines Abends, ich weiß nicht mehr, was der Auslöser war, aber da wurden alle 6 Mädchen aus unserem Zimmer hintereinander traurig, die Begleiterin hatte Mühe, uns alle zu trösten. Die anderen hatten Heimweh… aber ich schloss mich eher der traurigen Stimmung an, weinte nicht, weil ich heim wollte oder so. Mir gefiel es dort unter den anderen Kindern auf der Insel so gut. Noch ein paar Jahre später dachte ich, dass das bisher die glücklichste Zeit in meinem Leben war… äh, ich drifte ab. Jedenfalls hab ich, nachdem ich zu alt war, um weiter mit den Kindern mitzufahren, immer Sehnsucht nach Sylt bekommen. Diese Insel ist ein Traum! Deswegen liebe ich Zugfahren. Weil wir mit dem Zug dort rüber fuhren, ca. 18 Stunden oder so. Jedesmal, wenn ich Zug fuhr oder Züge vorbeirattern hörte, dachte ich, wie schön es doch wäre, wieder mal dort hin zu fahren…
Nun… Heimat ist für mich eigentlich kein Ort, sondern eher die Personen, die an diesem Ort sind. Natürlich trägt auch die Umgebung dazu bei, ob man sich wohl fühlt, aber ein großer Teil sind die Menschen. Da, wo ich gerne bin, da wo ich glücklich bin und die Sorgen vergessen kann, da bin ich zuhause. Zuhause ist das, wo man immer wieder gerne zurückkehrt. Wo man freudig erwartet wird, wo man Geborgenheit und Sicherheit, Liebe und Spaß hat. Ja, Spaß ist für mich sehr wichtig… wenn ich lachen kann, frei und ungezwungen, dann fühl ich mich am wohlsten. Weiß auch nicht, woran das liegt.
Also ich hab nicht wirklich Heimweh aber auch kein Fernweh… ich sehne mich nach Glück und Sicherheit… Menschen, denen ich vertrauen kann, die hinter mir stehen, mit denen ich gemeinsam was unternehmen kann und – wichtig – lachen kann. Ich hab solche gefunden, aber wenn ich weit weg von denen bin, oder sie auch einfach ein paar Tage nicht sehe… dann sehne ich mich nach ihnen. Wenn ich daheim einen schlechten Tag hatte, mich alles anzipft, ich für die Schule lernen muss, mal grad niemand Zeit hat, ich an einem Montagabend früh schlafen gehen muss und wünschte, dass es Wochenende wäre und ich einfach die ganze Nacht Party hätte… *gg* Jahh es tut so gut, unter Leuten zu sein, da hat man keine Zeit zum Nachdenken, wenn grad wieder Probleme daheim sind, eine schwere Schularbeit bevorsteht oder sonst irgendwas nicht ganz im Reinen ist.
Hmm… manchmal frage ich mich, was die Leute so über mich denken… Wenn sie sagen, ja, wir werden dich vermissen und so… wenn sie meinen, wir bleiben eh in Kontakt, und dann antworten sie nicht auf ne Mail… okay, okay, ich weiß ja, dass die auch ein Leben außerhalb des PC’s haben und nicht immer Zeit finden, zu antworten… aber ich will trotzdem Antwort kriegen >< Leute, die jetzt ja auch Sommerferien haben und weg sind, kein Internet oder selten Internet haben… daher am Abend zum Chatten nicht online kommen… *seufz* ich erwarte wohl einfach zu viel ;) Manchmal will ich bestimmte Leute am liebsten nur für mich alleine haben xDD das Gefühl taucht aber auch nur Abends auf, wenn ich im Internet bin und nicht weiß, was ich tun soll, kommunizieren will, aber keiner zum Plaudern da ist… Da wünscht ich mir, der oder die hätten grad da Zeit für MICH und für niemanden sonst ^_- Sonst, so beim Fortgehen oder Plauderabende oder irgendwas, da hab ich am liebsten ganz viele Leute um mich – hau di her, simma mehr! Hauptsache, lustig ist’s. Aber es gibt halt immer so Momente wo grad jeder irgendwo anders zu sein scheint und man selbst allein rumhockt… oder kein Internet hat >D ich könnt jetz runter gehen, den Schlüssel holen.. aber wer ist um die Zeit schon online? Ich schreib lieber weiter… nicht im Blog, da fällt mir grad nix mehr ein… mein Rücken tut weh >< ich lieg am Bett, sehr schlecht für die Ergonomie oder wie das heißt oO
Naja, an alle, die das Lesen (2 sinds schon *freu*) ICH VERMISSE EUCH!! ^_-
Lieder: Still haven't found, what I'm looking for, I can't help myself, Über den Wolken
8. Teil der Serie: Abschied von Ica, Lima, Peru.
vor 7 Jahren
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