Dienstag, 13. September 2011

Sag mir Muse...

Ach, sag mir Muse, wo bist du hin entschwunden?
Ich spüre Energie in mir, spüre, dass ich sie los werden will. Möchte schreiben, möchte unzählige Ideen festhalten und mit der Sprache Wörter spielen. Und doch, mir will kein Thema einfallen. Keine Idee für eine Geschichte, keine Gedichte, keine klugen Weisheiten. Wo bist du hin, oh du meine liebste, liebste Muse? Was hat dich vertrieben? Sag mir doch, wie hol ich dich wieder zurück?
Ich weiß, ich hatte nie ein besonderes Talent, aber immerhin hatte ich kleine Ideen, kleine Texte, die den Anfang einer Geschichte erahnen ließen. Viel konnte sich nicht entwickeln, denn bevor dies möglich war, verschwandst du langsam… Ich fürchte den Grund, so irreal er auch scheint, zu kennen… die Flut an Informationen, die Vielzahl an Dingen, Ideen, Geschichten und Erlebnissen die sich mir bieten, alles, was unter meine gierigen Augen fällt, nimmt mir mehr und mehr den Mut. Was kann ich noch schreiben, dass es nicht schon lange gibt? Wie kann es sein, dass es, trotz der Fülle an Büchern und Filmen jeder Zeit Neuerscheinungen gibt? Mir scheint nur ich habe das Gefühl, dass wir an einem Endpunkt angelangt sind… so vieles schon entdeckt, so vieles erfunden, dass da nicht mehr geht… Ich habe ein paar Geschichten angefangen, einige, dergleichen es noch nicht gibt, zumindest setzen sie sich aus vielen, vielen anderen Eindrücken zusammen, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe. Auch diese vermag ich nicht, fortzusetzen. Ich bringe es nicht fertig, die Ideen von damals wieder zu beleben. Vielversprechende Anfänge, die ins Leere verlaufen. Die Geschichte zeitgenössischer Magie, die mithilfe eines genialen Rollenspiels entstand, eines tragischen, dunklen Magiers, der seinen Weg sucht. Eine Geschichte über die Geschwisterliebe zweier Mädchen, die die Grenzen übersteigt, während sie sich in Mafia-ähnlichen Kreisen bewegen. Außerordentliche Kräfte vierer Jugendliche, die ein Mädchen in der Parallelwelt retten wollen, um ihre eigene vor dem Untergang zu bewahren. Typische, japanische Fantasy, mit ihren geheimnisvollen, magischen Wesen und einem Krieg, der das Land spaltet.
Ich schreibe so gerne. Ich liebe das Geräusch der Tasten, wenn flinke Finger in Eiltempo darüber huschen, wunderbare und schreckliche Sachen entstehen lassen. In wie vielen Geschichten wirkte ich damals mit, wie malte ich mir meine Zukunft aus? In der Schattenwelt wollte ich sein, nach dem Phönix streben und die Sonne in das Land zurückbringen. Doch bevor ich damit anfangen konnte, vergingen meine Ideen, verliefen sich im Sand. Die Magie der Zeit, die einen so wunderbaren ersten Teil hatte, konnte nicht fortgesetzt werden, was aber nicht allein an mir lag. Ich startete viele Neuversuche auf Animexx, versuchte, wieder in die verschiedenen Welten einzutauchen, doch immer schien es Zeit zu sein, die mir fehlte. Unmut. Wenig Energie, sich hinzusetzen, hier und jetzt zu schreiben. Nicht erst morgen, nicht übermorgen. So viele Dinge erschienen plötzlich interessanter, wichtiger, dringender. Einmal kurz auf Facebook zu sehen, schadet einem ja nicht… dieses verfluchte, energieaussaugende Facebook! Immer erpicht darauf, Neuigkeiten zu lesen, Dinge zu erfahren, die einen erfreuen, die einen überhaupt nicht interessieren. Aber egal, wie oft man drauf starrt oder die Seite aktualisiert, es kommt nichts dazu. Viele Leute haben das, was man Leben nennt… viele ereilt das gleiche Schicksal, wie mich. Facebook, ein Fluch, oder ein Segen?
Woran liegt es, dass ich mit 20 nicht mehr weiß, was ich mit meiner freien Zeit anfangen könnte? Wenn ich spontan Zeit habe, und noch nichts vor? Wenn ich mich mit Freunden treffe, meistens, wenn wir nur zu zweit sind, was unternehmen wir denn noch? Als Kind konnte ich mit oder ohne meine Schwester ständig spielen, ich hatte so viele Ideen, so viele Dinge, die man tun konnte, oder nicht tun durfte, wodurch sie noch viel interessanter wurden… Wenn ich mich unter meinen Freunden befinde, dann brauche ich das Internet nicht. Habe nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Dann freu ich mich, sinnvolle, lustige, oder einfach nur dumme Sachen zu machen. Das gibt mir ein Gefühl von Leben. So sollte es sein, immer. Das Internet sollte in weite Ferne rücken, als Abendprogramm dienen, als Informationsquelle und –austauschmittel. Etwas, dass man ab und zu benützt. So wie früher, als Kinder, wo wir zwei, drei Mal die Woche fernsehen durften.
Es ist sicher verwunderlich, dass ich so komisch schreibe. Es wirkt wie eine Geschichte, und doch stell ich nur Gedanken meinerseits dar… Es ist ganz einfach zu erklären. Ich möchte eine Geschichte schreiben, möchte, dass meine Finger über die Tasten fliegen. Doch ohne Muse, fällt mir nichts ein, fehlen die Ideen. So schrieb ich einfach darauf los, schrieb darüber, dass mir nichts zum Schreiben einfällt... schön verrückt.

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